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Schicht-Lexikon

Kontischicht

Kontischicht ist die Kurzform für kontinuierliche Schichtarbeit: ein Schichtsystem, in dem der Betrieb ohne tägliche Unterbrechung durchläuft – teilkontinuierlich rund um die Uhr an fünf bis sechs Werktagen oder vollkontinuierlich an allen sieben Tagen der Woche.

Aktualisiert am 4. August 2026 · Redaktion

Kontischicht ist die Kurzform für kontinuierliche Schichtarbeit: ein Schichtsystem, in dem der Betrieb ohne tägliche Unterbrechung durchläuft – teilkontinuierlich rund um die Uhr an fünf bis sechs Werktagen oder vollkontinuierlich an allen sieben Tagen der Woche einschließlich Wochenenden und Feiertagen. Ein vollkontinuierlicher Betrieb muss 168 Stunden pro Woche besetzen; dafür rotieren vier oder fünf Schichtgruppen durch Früh-, Spät- und Nachtschicht.

So funktioniert Kontischicht

Kontischicht ist kein einzelner Plan, sondern eine Betriebsart, die typisch für Produktion, Chemie, Stahl, Energie und Logistik ist: Anlagen laufen durch, weil An- und Abfahren teurer wäre als der Nachtbetrieb – oder weil der Prozess technisch nicht unterbrochen werden kann. Die planerische Umsetzung hängt davon ab, ob das Wochenende mitläuft. In der teilkontinuierlichen Variante decken drei Schichtgruppen die drei Schichten des Tages ab und rotieren wochenweise weiter:

Teilkontinuierliche Kontischicht: drei Schichtgruppen, Betriebszeit Mo–Sa rund um die Uhr
Team / WocheMoDiMiDoFrSaSo
Gruppe AFFFFFFfrei
Gruppe BSSSSSSfrei
Gruppe CNNNNNNfrei

In der Folgewoche rückt jede Gruppe eine Schicht weiter (F → S → N, Vorwärtsrotation); der Sonntag bleibt Betriebsruhe. Schichtzeiten in allen Beispielen: F 06–14, S 14–22, N 22–06 Uhr.

In der vollkontinuierlichen Variante fällt die Betriebsruhe weg – dann reichen drei Gruppen nicht mehr, weil niemand sieben Tage am Stück arbeiten kann. Üblich sind das 2-2-2-Modell mit vier Gruppen (je zwei Tage Früh, Spät, Nacht, dann zwei Tage frei) oder das 5-Schicht-Modell mit fünf Gruppen und vier freien Tagen je Zyklus. Beide Muster mit vollständigen Beispielplänen und Ruhezeit-Prüfung zeigt die Seite Rotationsmodelle.

Rechtlicher Rahmen

Für die Kontischicht gelten dieselben Leitplanken wie für jede Schichtarbeit, sie greifen hier nur härter: Zwischen zwei Einsätzen sind 11 Stunden Ruhezeit einzuhalten (§ 5 ArbZG) – der Grund, warum nach dem Nachtblock mindestens ein freier Tag folgen muss und warum die Rotationsrichtung vorwärts laufen sollte (Vorwärtsrotation). § 6 Abs. 1 ArbZG verlangt, die Arbeitszeit von Nacht- und Schichtarbeitnehmern nach den gesicherten arbeitswissenschaftlichen Erkenntnissen menschengerecht zu gestalten – in der Praxis: kurze Nachtblöcke und planbare Freizeiten. Läuft der Betrieb sonntags, greift § 11 ArbZG mit mindestens 15 beschäftigungsfreien Sonntagen pro Jahr und einem Ersatzruhetag binnen zwei Wochen. Und wo ein Betriebsrat existiert, ist das Schichtmodell mitbestimmungspflichtig (§ 87 Abs. 1 Nr. 2 BetrVG).

Faustregel: 168 Stunden verteilen

Eine vollkontinuierliche Woche hat 168 Betriebsstunden. Bei vier Schichtgruppen entfallen darauf im Schnitt 42 Wochenstunden pro Gruppe – bei einer 40-Stunden-Woche sind also Ausgleichs-Freischichten einzuplanen. Fünf Gruppen senken den Schnitt auf 33,6 Wochenstunden und schaffen eingebaute Reserve für Urlaub, Krankheit und Weiterbildung.

Kontischicht in Software abbilden

Kontischicht-Zyklen sind streng periodisch und damit gut automatisierbar: In einem Schichtplaner wird der Zyklus einmal als wiederkehrende Schichtfolge angelegt und rollt dann über Monate, während Stundenkonten die 42-Stunden-Differenz mitführen. In Aplano übernehmen das wiederkehrende Schichten und Vorlagen; Pausen- und Ruhezeitregeln werden bei jeder Änderung erneut geprüft. Welche Werkzeuge Rotationen und Regelprüfung sonst beherrschen, zeigt der Schichtplaner-Vergleich.

Quellen

  1. Arbeitszeitgesetz: § 5 ArbZG (Ruhezeit) · § 6 ArbZG (Nacht- und Schichtarbeit) · § 11 ArbZG (Sonn- und Feiertagsruhe) · Mitbestimmung: § 87 BetrVG
  2. Beispielpläne und Wochenstunden-Rechnungen: eigene Darstellung, rechnerisch abgeleitet aus den Zyklen (Schichtzeiten F 06–14, S 14–22, N 22–06 Uhr) – vollständige Pläne auf Rotationsmodelle.

Häufige Fragen zu Kontischicht

Was ist der Unterschied zwischen teil- und vollkontinuierlicher Schichtarbeit?

Teilkontinuierlich läuft der Betrieb rund um die Uhr, aber nicht an allen Tagen – typisch Montag bis Freitag oder Samstag, mit Betriebsruhe am Wochenende. Vollkontinuierlich läuft er an allen sieben Tagen durch, also 168 Stunden pro Woche, einschließlich Sonn- und Feiertagen. Teilkonti kommt mit drei Schichtgruppen aus, Vollkonti braucht vier oder fünf.

Wie viele Schichtgruppen braucht eine Kontischicht?

Teilkontinuierlicher Betrieb (Mo–Fr, drei Schichten) kommt mit drei Schichtgruppen aus. Vollkontinuierlicher Betrieb braucht mindestens vier Gruppen (2-2-2-Modell, im Schnitt 42 Wochenstunden je Gruppe – mit Ausgleichs-Freischichten) oder fünf Gruppen (5-Schicht-Modell, im Schnitt 33,6 Wochenstunden mit eingebauter Reserve).

Ist Sonntagsarbeit in der Kontischicht erlaubt?

Nur in den Ausnahmefällen, die das Arbeitszeitgesetz und die zuständigen Behörden zulassen – etwa wenn Anlagen aus technischen Gründen nicht unterbrochen werden können. Auch dann gilt § 11 ArbZG: mindestens 15 beschäftigungsfreie Sonntage im Jahr und ein Ersatzruhetag für jeden gearbeiteten Sonntag innerhalb von zwei Wochen.

Wie viele freie Tage gehören in einen Kontischicht-Zyklus?

Mindestens ein freier Tag nach dem Nachtschicht-Block ist rechnerisch zwingend, weil die letzte Nachtschicht um 6 Uhr endet und die 11-Stunden-Ruhezeit (§ 5 ArbZG) sonst nicht einzuhalten ist. Die gängigen Modelle planen mehr ein: zwei freie Tage je Zyklus im 2-2-2-Modell, vier im 5-Schicht-Modell.